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Veränderungsprozesse in der TCM

 

Veränderung ist Wandlung, ist Flow. Dazu muss etwas wachsen und auch wieder vergehen. Nur dann ist es ein Kreislauf und ein natürlicher Prozess. Dies gilt für alle Bereiche unseres Lebens und somit auch für unsere Emotionen.

Veränderungsprozesse durch Lernen, Transformationsarbeit, Heilung usw. beschäftigen mich schon seit meinem 13. Lebensjahr. Veränderungsprozesse zu begleiten sehe ich als meine Berufung. Egal ob ich in meiner Praxis als Heilpraktikerin arbeite, Kurse gebe oder etwas schreibe, so ist mein Ziel immer der Veränderungsprozess – in mir und in anderen.

Jetzt möchte ich euch die Sicht auf Veränderungsprozesse in der TCM (chinesische Medizin) näher bringen. Sie basiert auf Beobachtungen der Natur und ich werde sie zuerst am Tag-Nacht-Rhythmus und danach am Jahreszeiten-Kreislauf erklären. In einem anderen Blogbeitrag werde ich diese Grundlagen auf uns Menschen und insbesondere unsere Emotionen übertragen, so dass klar wird, welche psychischen Zustände wir durchlaufen müssen, wenn wir uns verändern wollen oder müssen.

 

Verändungsprozesse sind natürlich und gehören dazu

 

Alles ist ständig im Werden und Vergehen. Hierfür hat die TCM die Begriffe Yin und Yang gefunden. Wobei diese beiden Qualitäten immer beide vorhanden sind und es einen ständigen Wechsel gibt, welches gerade überwiegt.

Yin ist die Substanz, die Ruhe, das Feste und Yang ist die Aktivität, das Bewegende.

In der Nacht nun überwiegt Yin, also die Ruhe. Es ist dunkel, der Mond scheint aber noch, also ein bisschen Yang ist dennoch vorhanden. Am Morgen dann kommt immer mehr Aktivität hinzu, die Sonne geht auf, es wird wärmer und heller. Am Mittag dann hat das Yang, also die Aktivität seinen Zenit. Die Sonne steht am höchsten. Die Sonne allerdings wirft Schatten und somit ist immer noch etwas Yin vorhanden. Am Nachmittag wird wieder das Yin größer und wenn die Sonne unter geht, überwiegt es.

Dieser Kreislauf lässt sich auch auf die Jahreszeiten übertragen:

Das wachsende Yang zeigt sich im Frühjahr. Jetzt grünt die Natur, alles wächst. Die Tage werden länger, es wird wärmer und die Sonne scheint heller. Im Sommer, also dem höchsten Yang, wendet sich die Sonne und das Yin nimmt wieder zu. Die Früchte werden geerntet, die Blätter fallen im Herbst vom Baum, die Natur zieht sich zurück. Die Tage werden wieder kürzer, bis das Yin überwiegt und der Winter Einkehr hält. Dann zur Sonnenwende beginnt das Yang erneut zu wachsen.

Wichtig ist, dass Yin ohne Yang nicht existieren kann und umgekehrt genauso. Auch ist Vergehen, also das Nachlassen der Aktivität nicht negativ. Wenn etwas vergeht, dann wird es nicht zum Nichts, sondern es wandelt sich. Für uns westlich denkende Menschen ist dies schwierig zu begreifen. Deswegen geben Sie sich einfach eine Chance und lassen Sie das ungewöhnliche zu. Hierzu lösen Sie sich am besten von der Sicht, dass ständiger Wachstum gut ist. Krebsgeschwüre beweisen, dass alles, was überhand nimmt und wuchert auch wieder zerstört.

 

CC BY 4.0 Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 international.

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