Otto Scharmer hat vier Ebenen festgelegt, die bei tiefen Veränderungsprozessen durchgangen werden sollten, damit sie wirklich Neues entstehen lassen. Was die Theorie U ist, hatte ich ja bereits in einem anderen Beitrag erklärt, deswegen möchte ich das an dieser Stelle nicht wiederholen.Die vier Ebenen der Theorie U von oben nach unten sind folgende:

 

1.Ebene: strukturelle Ebene

Hier ist das Altbekannte angesiedelt, die herkömmlichen Strukturen, das Sichtbare, also beim Eisberg-Modell der Berg aus Eis, der aus dem Wasser herausschaut, den ich fotographieren kann, wenn ich in einem Schiff vorbei fahre.

 

 

2. Ebene: Open Mind – Öffnung des Verstands

Damit ist das Faktenwissen gemeint, welches vergleicht, mit allen Sinnen beobachtet, das Neue herausfiltert, kritisch abwägt und bewertet. Ich würde es das wissenschaftliche, analytische Denken nennen, welches seine Paradigmen und Theorien auch immer wieder aufs Neue bereit ist zu hinterfragen und zu überdenken. Um auf diese Ebene zu gelangen ist es bereits notwendig, unter die Wasseroberfläche zu tauchen und den Eisberg aus einer tieferen Perspektive zu betrachten.

 

3. Ebene: Open Heart – Öffnung des Herzens

Dies ist die Fähigkeit der Empathie, sich in einen anderen Menschen hineinfühlen, in seinen Schuhen zu gehen und die Welt aus seinem Blickwinkel zu betrachten. Dies ist auch die Welt der Gefühle und Emotionen, der menschlichen Beziehungen und des Umgangs miteinander und mit der Welt. Für mich gehört hierzu auch die Ausrichtung auf Ökologie und Tierschutz, Menschenrechte usw, also globale und gesellschaftliche Prozesse, die das Leben stark beeinflussen. Um zu dieser Ebene zu gelangen, muss noch viel tiefer getaucht werden, aber bis hierhin ist es zwar für den ein oder anderen ungewohnt, aber doch nicht neu.

 

4. Ebene: Open Will – Öffnung hin zu neuen Schöpfungen

Hier bin ich mir mit der Übersetzung noch nicht so einig. In meiner Sprache müsste es „Öffnung hin zur Quelle allen Seins“ heißen. Öffnung des Willens trifft es nicht, denn es geht eher darum, das Ego außen vor oder unter Kontrolle zu lassen. Otto Scharmer erklärt diese Ebene mit „Loslassen und Kommenlassen“.
Hiermit ist eine Ausrichtung auf eine im Entstehen begriffene Zukunft gemeint, also ein schöpferischer Moment, der im Rückzug und in der Stille und Achtsamkeit auf das was ist, möglich wird. Otto Scharmer nimmt sich an dieser Stelle tatsächlich 3 Schweigminuten Zeit, in denen er sich nach Art einer Achtsamkeitsübung auf den Moment besinnt. Hier geht es darum, das Wesentliche, Essentielle sichtbar zu machen, sich einem schöpferischen Prozess zu öffnen und nicht selbst Lösungen zu suchen, sondern sie im Entstehen zu beobachten.

Im Heilpulsieren gibt es diese Ebene ebenfalls, es ist das, was ich mit Herzensweg bezeichne.

Die vier Ebenen der Theorie U durchschreiten

Beim Veränderungsprozess nun, egal ob für persönliche, soziale, berufliche, gesellschaftliche oder ökologische Veränderungen, werden die vier Ebenen nacheinander durchgangen bis zum tiefsten Punkt. Das ist der Abstieg des U.

Ganz Unten entsteht eine Öffnung, die Schöpfung hineinkommen lässt, diesen Moment nennt Otto Scharmer „Presencing, connecting to the source“. „Presencing“ ist ein Kunstwort, das aus presence, also Gegenwart und sensing, also spüren, gebildet wurde. In meiner Sprache würde das „ICH BIN in Aktion“ oder „Eintauchen in die Quelle allen Seins“ heißen.

Als dritten Schritt dann geht das U wieder nach oben und durchquert verwandelt durch den Impuls der Quelle die vier Ebenen aufs Neue, bis wieder handfeste Strukturen entstehen, die über der Wasseroberfläche für alle spür- und sichtbar sind.

 

Wundercode des Heilpulsierens

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